Jahrhundertelang hatte jeder Bürger einen Feuereimer zu stellen oder das Geld dafür an die Gemeinde abzuliefern. Alle Bürger waren bei einem Brand verpflichtet, tatkräftig bei der Bekämpfung des Feuers mitzuhelfen.

Anfangs des 19. Jahrhunderts wurden die Brandverhütungs- und Brandbekämfpungsmaßnahmen den Gemeinden zur Pflicht gemacht. Diese Verpflichtung fand ihren Niederschlag in der Gründung von Freiwilligen Feuerwehren.

So wurde auch in Bug am 22. Februar 1876 von 29 verantwortungsbewußten Bürgern in der damaligen Gastwirtschaft Elling (der heutigen Gastwirtschaft Schmitt) die „Freiwillige Feuerwehr Bug“ gegründet. Die erste Löschmaschine und Schläuche wurden dann 1890 von der Gemeinde angeschafft.

Ebenfalls hundert Jahre besteht die Stamm-Liste der Feuerwehr. Hier sind all die Männer, die im Verlauf von hundert Jahren Mitglied der Feuerwehr waren und sind, mit Eintrittsdatum, Namen und Geburtsdaten eingetragen und nur wenige sind dabei, die nicht mindestens 25 Jahre Dienst in der Feuerwehr geleistet haben.

Besonders nachdenklich stimmt den Leser der Eintrag bei sechs Männern: „gefallen oder gestorben auf dem Felde der Ehre“ – so geschehen im 1. Weltkrieg 1914 – 1918.

Trotz der schlechten Zeit mit Arbeitslosigkeit und Inflation in den Nachkriegsjahren bewies die Feuerwehr einmal mehr ihren vorbildlichen Gemeinschaftsgeist mit der Erstellung der heute noch im Dienst stehenden Feuerwehrgerätehalle im Jahre 1924. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Löschgeräte in einem Anbau hinter dem alten Gemeindehaus in der Hauptstraße untergebracht.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden Frauen und Jugendliche ab 14 Jahren zum Dienst in der Feuerwehr herangezogen, da ja alle einsatzfähigen Männer eingezogen oder dienstverpflichtet waren.

Auch dieser Krieg hat einen enormen Blutzoll aus den Reihen der Freiwillige Feuerwehr gefordert. Bei 15 Kameraden steht in der Stammliste der Vermerk: „gefallen oder vermißt“.

Ab 1946 nahm die Freiwillige Feuerwehr ihren regulären Dienst wieder auf. Bedingt durch das Anprangern all der Personen, die irgendeine Uniform getragen hatten, war jedoch das Interesse sehr unterschiedlich. Nach Einführung der Feuerschutzabgabe Mitte der 50er Jahre trennte sich dann die Spreu vom Weizen und in vielen Übungsstunden wurde wieder eine personell ausreichende, einsatzbereite Wehr gebildet.

Auch die Ausrüstung der Feuerwehr wurde von der Gemeinde mit ständiger Steigerung der Mittel verbessert und modernisiert. Sie fand ihre Krönung mit der Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeuges „TSF“ im Jahre 1970.

Auch der Ausbildungsstand erfuhr eine ständige Verbesserung. Ab 1964 stellten sich laufend Gruppen der Wehr den Anforderungen der Leistungsprüfungen. Bis zur Eingemeindung im Jahre 1972 hatten zwei Gruppen das goldene, zwei Gruppen das silberne und drei Gruppen das bronzene Leistungsabzeichen erworben.

Seit der Eingemeindung nach Bamberg ist die Freiwillige Feuerwehr als Löschgruppe 9 in die Freiwillige Feuerwehr Bamberg eingegliedert. Durch ständige Schulung an ausreichenden und stets einsatzfähigen Geräten sowie durch viele theoretische Unterrichtsstunden nach festgesetztem Dienstplan sind die Männer der Freiwilligen Feuerwehr weiterhin bereit, auch in Zukunft uneigennützig und opferbereit ihren Dienst für die Allgemeinheit zu leisten.

Mehrzweckfahrzeug in Dienst gestellt

Gut zwei Jahre nach dem Totalausfall des Tragkraftspritzenfahrzeugs der LG 9 – Bug konnte nun endlich ein adäquates Nachfolge-Fahrzeug in Dienst gestellt werden: Im Zuge der „Buger Kerwa“ wurde das neue Mehrzweckfahrzeug nach knapp eineinhalbjähriger Beschaffungszeit in Dienst gestellt werden. In der Übergangsphase nutzte die LG 9 einen alten Mannschaftstransportwagen, um die Einsatzkräfte jederzeit an die Einsatzstelle befördern zu können.
Wenngleich es während der Ausbauphase einige „Komplikationen“ gab, wodurch sich die Auslieferung des Fahrzeugs etwas verzögerte, so sind die Kameraden nun froh, das neue Fahrzeug in Betrieb zu nehmen zu können, um im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zum Einsatz zu bringen. Es bietet hinreichend Flexibilität für die unterschiedlichsten Einsatzszenarien: als Mannschafts-transportfahrzeug und Kommunikationsstelle, oder aber zum eigenständigen Abarbeiten von Einsatzstellen; hierzu verfügt das Fahrzeug über einen ausreichend großen Stauraum im Heck, wo eine Gitterbox Platz finden kann. Dank mobiler Auffahrrampen kann über entsprechend unterschiedlich zusammengestellte Rollwagen das jeweils benötigte Einsatzgerät verlastet und transportiert werden. Ein kleiner Allrounder, der eine sinnvolle und gute Ergänzung zu dem ebenfalls bei der LG 9 stationierten Löschgruppenfahrzeug und dem Tanklöschfahrzeug darstellt.

Nachdem im Zuge der „Buger Kerwa“ das Fahrzeug nach dem Sonntagsgottesdienst den kirchlichen Segen erhielt, konnte die Übergabe des Fahrzeugs an die Löschgruppe Bug durch den Sozial-Referenten der Stadt Bamberg sowie den Stadtbrandrat erfolgen.

Alles Gute den Kameraden der LG 9, jederzeit unfallfreie Fahrt und eine heile Rückkehr von ihren Einsätzen und Übungen!