ABC-Züge sind Einheiten des erweiterten Katastrophenschutzes, deren Ausrüstung zentral vom Bund beschafft und unterhalten wird. Helfer, die sich für den Dienst im Katastrophenschutz verpflichten, werden im Gegenzug vom Wehrdienst befreit.
Ursprünglich im Jahre 1964 als Schnelltrupp des Luftschutzhilfsdienstes (LSHD) eingerichtet, wurde der eigentliche ABC-Zug vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und einer daraus resultierenden atomaren Bedrohung, die für das westliche Deutschland v. a. von Osteuropa ausging, im Jahr 1973 gegründet und in den erweiterten Katastrophenschutz eingegliedert. Die Soll-Stärke betrug zu diesem Zeitpunkt 42 Helfer. Die Aufgaben des ABC-Zuges umfassten im Wesentlichen die ABC-Erkundung und die Dekontamination von Personen und Sachgütern nach Angriffen mit atomaren, biologischen und / oder chemischen Waffen.
Seit der Wiedervereinigung und den Veränderungen der Beziehungen zu Osteuropa wird die Gefahr eines erneuten Krieges als gering angesehen, weshalb Anfang der neunziger Jahre mit einer Neukonzeption des erweiterten Katastrophenschutzes begonnen wurde. Ziel dieser Neuordnung war es, die Katastrophenschutzeinheiten auch im zivilen Bereich bei Unglücksfällen einsetzen zu können.

Der ABC-Zug Bamberg wurde am 01. Januar 1996 als selbstständige Einheit (Löschgruppe 51) in die Freiwillige Feuerwehr Bamberg eingegliedert. Bis zu dieser Angliederung an die Freiwillige Feuerwehr war der ABC-Zug eine Regie-Einheit der Stadt Bamberg und direkt dem Oberbürgermeister unterstellt.
Nachdem der Strahlenschutz Aufgabe des Bundes ist, wird die Strahlenschutzausstattung nach wie vor größtenteils vom Bund beschafft, so z. B. das Dekon P-Fahrzeug.

Überörtlich ist der ABC-Zug bei allen Großereignissen im Zusammenhang mit einer ABC-Gefährdung eingebunden, so auch in der Notfallstationsgruppe 10 im Zusammenhang mit dem Atomkraftwerk Grafenrheinfeld.
Zu den Aufgaben des ABC-Zuges zählen z. B.
– das Messen von Radioaktivität bei Unfällen mit radioaktiver Strahlung
– die Dekontamination (Reinigung) von Einsatzkräften und Personen
– der Aufbau und Betrieb einer Notfallstation zum Schutz der Bevölkerung nach Störfällen in einem Kernkraftwerk (vornehmlich Grafenrheinfeld)

Da es sich um eine ehemalige Katastrophenschutzeinheit handelt, gab es für deren Führung auch noch den Begriff »Zugführer«.
Bisherige Zugführer waren Ernst Guttenberg, Oskar Krause und Edgar Kleinlein. Derzeitiger Einheitsführer der Löschgruppe 51 ist Norbert Schley.