Geschichte der LG 5

Als im Jahr 1858 in der Gemeinde Gaustadt die Spinnerei erbaut wurde, musste auch für diese ein besonderer Feuerschutz bereitgestellt werden. Dass das notwendig war, zeigte sich bereits im Jahr 1860, als ein gefährlicher Brand durch Heißlaufen der Lager im Königstock entstanden war, der nur durch schnelle und energische Hilfeleistung der Meister und Öler gelöscht werden konnte. Aber schon im Jahr 1863 zeigte sich der rote Hahn im Batteur. Man stellte infolgedessen eine uniformierte Gruppe auf, die an den Übungen der Feuerwehr in Bamberg teilnehmen musste, um sich zu schulen.
Im Jahr 1874 wurde schließlich offiziell eine Werkfeuerwehr gegründet. Das Bezirksamt verpflichtete nun nicht mehr nur Arbeiter der Spinnerei, sondern auch junge Männer aus Gaustadt, dort Feuerwehrdienst zu leisten. Bei den Übungen durften diese jedoch nur Handlangerdienste – wie das Pumpen an den Handdruckspritzen – verrichten. Der Ärger der Männer aus Gaustadt endete schließlich mit dem Boykott der gemeinschaftlichen Übungen. Der Überlieferung von Hans Kröckel zufolge, meldete man die Angelegenheit dem königlichen Bezirksamt – die Feuerwehrmänner aus Gaustadt wurden mit einem Tag Arrest bzw. wahlweise einer Geldbuße von 3 Mark bestraft.

Unter der Leitung von Hans Kröckel gründeten die Gaustadter Bürger daraufhin am 01. Januar 1886 in der Brauerei Zank die Freiwillige Feuerwehr Gaustadt. Zimmermeister Peter Bohrer wurde zum Hauptmann, Schuhmachermeister Neuhäußer zum Adjutanten, Zimmermann Peter Reinfelder zum Schriftführer und Brauereibesitzer Carl Zank zum Zeugwart gewählt. 34 junge Männer hatten sich mit Leib und Seele der Sache der Feuerwehr und dem Dienst am Nächsten verschrieben.
Die erste Hauptübung wurde im Jahre 1888 im Cherbonhof abgehalten. An dieser Übung nahmen 35 Feuerwehrmänner teil, die die erste Feuerleiter Gaustadts – gestiftet vom damaligen Pächter des Cherbonhofes, Baron Seyfried – zum Einsatz brachten. Zum Dank für die großzügige Spende wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.
Bis zum Jahre 1914 wurde die Gemeinde Gaustadt von mehreren Bränden heimgesucht, die aber Dank der Freiwilligen Feuerwehr keinen größeren Schaden anrichteten.

Während des 1. Weltkrieges wurden viele Feuerwehrmänner zum Wehrdienst eingezogen. 20 Feuerwehrkameraden mussten ihr Leben lassen.
Bis zum Jahr 1920 hatte die Gaustadter Feuerwehr schwere Zeiten durchzu-stehen – die Nachkriegsjahre mussten überbrückt werden: Unter der Führung des Hauptmanns Peter Bohrer und seinem Stellvertreter Hans Kröckel baute man damals die Gaustadter Wehr neu auf. Neben der Brandbekämpfung im Ort wurde man nun auch zur Löschhilfe nach Bischberg und Trunstadt gerufen. Die Wegstrecken bewältigte man mithilfe von Pferdefuhrwerken.
Im Jahre 1928 verstarb der Hauptmann und Brandinspektor Peter Bohrer. Als Nachfolger des 1. Kommandanten wurde der Löschmeister Georg Sauer gewählt, zu seinem Stellvertreter Adam Habermann. Unter der Führung des Kommandanten Sauer wurde die erste Motorspritze TS 8 angeschafft.

1938 nahm die Freiwillige Feuerwehr Gaustadt an den Leistungskämpfen Ober-franken – Land teil, die sie als Sieger beenden konnte. Im darauffolgenden Jahr 1939 sollte die Freiwillige Feuerwehr Gaustadt zu den Landesausscheidungs-kämpfen nach München fahren. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges verhinderte jedoch das Stattfinden der Veranstaltung.
Wie schon im 1. Weltkrieg, wurde auch im 2. Weltkrieg ein Großteil der aktiven Feuerwehrmänner zum Militärdienst eingezogen. Man musste in den schweren Kriegsjahren auf die Frauen und Mädchen zurückgreifen, um den Feuerschutz zu gewährleisten. Unter Leitung des Löschmeisters Hans Ritter wurden drei Löschgruppen gebildet, die zu zahlreichen Einsätzen – v. a. nach Bamberg – gerufen wurden. In den Kriegsjahren 1939 – 1945 fuhr die Gaustadter Wehr unter schwersten Bedingungen, wie z. B. bei Luftangriffen, 267 Einsätze.
Auch der 2. Weltkrieg riss große Lücken in die Gaustadter Wehr: 25 aktive Feuerwehrkameraden mussten ihr Leben lassen. Unter den Gefallenen war auch der 2. Kommandant Adam Habermann.

1946 wurde die Wehr unter Kommandant Sauer neu aufgebaut. Er leitete die Wehr bis zu seinem Tod im Jahre 1948. Zum Nachfolger wurde im folgenden Jahr der Löschmeister Georg Schmitt und als sein Stellvertreter der Löschmeister Hans Ritter gewählt.
1953 bekam die Freiwillige Feuerwehr Gaustadt die Aufgabe, den Bezirk Oberfranken beim Bundesfeuerwehrtag in Ulm zu vertreten. Dieser Auftrag wurde freudig entgegengenommen und sorgfältig ausgeführt.
Im Jahre 1961 konnte die Wehr ihr 75-jähriges Bestehen begehen. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Wehr 92 aktive Feuerwehrmänner. Das erste Fahrzeug, ein LF 8 (Opel), konnte unter der Amtsführung des 1. Bürgermeisters Peter Habermann übergeben und in den Dienst gestellt werden. Somit wurde die Gaustadter Wehr zu einer der Schlagkräftigsten im Landkreis Bamberg.
Zum Ende des Jahres 1962 legte Kommandant Georg Schmitt aus Alters-gründen sein Amt nieder. Bei den Neuwahlen am 06. Januar 1963 wurde Hans Ritter zum 1. Kommandanten und Peter Montag zum 2. Kommandanten und Stellvertreter gewählt.
Das Jahr 1963 war auch der Beginn der Leistungsprüfungen. Bis zum Jahre 1969 konnten mehrere Löschgruppen, unter der Leitung des 1. Kommandanten Hans Ritter und des Oberlöschmeisters Josef Mackert das Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold erwerben.
1966 wurde am 09. und 10. Juli, zum 80-jährigen Bestehen der Gaustadter Feuerwehr, die ausschließlich von den aktiven und fördernden Mitgliedern finanzierte neue Fahne geweiht. Die Freiwillige Feuerwehr Bamberg stand bei der Weihe Pate.
1970 musste 1. Kommandant Hans Ritter – der Satzung entsprechend – aus Altersgründen seinen Dienst beenden. Bei den Neuwahlen ging Peter Montag als 1. Kommandant und Oberlöschmeister Andreas Ott als Stellvertreter hervor. Beide führten ihre Tätigkeit bis zur Eingemeindung fort.

Die Eingemeindung der Gemeinde Gaustadt zur Stadt Bamberg wurde am 01. Januar 1972 vollzogen und unsere Wehr als Löschgruppe 5, unter der Führung von Oberlöschmeister Andreas Ott und dessen Stellvertreter Löschmeister Theo Graf, der Freiwilligen Feuerwehr Bamberg unterstellt. Der Verein der FFW-Gaustadt blieb als selbständiger Verein erhalten.
Im Jahre 1976 wurde das 90-jährige Bestehen der Feuerwehr Gaustadt als Löschgruppe 5 im kleinen Rahmen begangen. Zur Erinnerung: Ausgerechnet zum Beginn des Festkommerses am Samstag, den 03. Juli standen die aktiven Wehrmänner der Löschgruppe 5 bei einem Brand im Dachgeschoss des Hochhauses Seewiesenstraße im Einsatz. Der Festkommers konnte aber mit etwa einer Stunde Verspätung im Saal des Oberen Wirtshauses abgehalten werden.
Bei einer Neuwahl im Jahre 1979 wurde Löschmeister Theo Graf zum neuen Löschgruppenführer und Georg Behr zum Stellvertreter gewählt. Markantes Zeichen des neuen Löschgruppenführers Graf war neben seinen Führungsaufgaben die Jugendwerbung. So gelang es ihm während seiner Amtszeit als Neuzugänge vorwiegend junge Männer zu gewinnen.
Ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der Löschgruppe stellen der Bau und die Einweihung des neuen Unterrichtsraumes im Juni 1981 dar. Durch selbstlosen Einsatz der gesamten Löschgruppe konnte ein gelungenes Werk präsentiert werden. Besonderer Verdienst gebührt dabei dem Ehrenmitglied Peter Montag für Planung, Koordination und Ausführung des Bauvorhabens.
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums im Jahre 1986 wurde der Löschgruppe ein neues LF 8 der Marke Iveco übergeben, welches das 25 Jahre alte LF 8 der Marke Opel-Blitz ersetzte.
Aufgrund der Erkrankung des Löschgruppenführers Theo Graf wurde 1995 sein Stellvertreter Georg Behr zum Löschgruppenführer ernannt. Zu dessen Stell-vertreter wurde 1997 Harald Ilczszyn gewählt. Beide führten die LG 5 bis zum Jahr 2004 und gaben dann aus persönlichen Gründen die Löschgruppen-führung an die Nachfolger Mario Pederzolli als Löschgruppenführer und Werner Stollberger als Stellvertreter ab. Sie leiten bis heute die Löschgruppe 5.

In den vergangenen Jahren wurde überwiegend in Eigenleistung der Löschgruppenmitglieder die Fahrzeughalle instandgesetzt, in der seit mehreren Jahren ein zweites Fahrzeug (TLF 16/25) stationiert ist.

Geschichte der LG 6

Nach der Gründung der Feuerwehr Bamberg, findet die Einheit erstmals im Jahr 1861 mit der ersten Eintragung in die Stammrolle der heutigen Löschgruppe 6 Erwähnung.
Im Jahr 1880 werden zwei kleine Feuerhallen für die Unterstellung von Handpumpen im Bürgerspital am Michaelsberg und am Jakobsplatz 6 bereitgestellt. 1885 ist in den Quellen erstmals eine Übung belegt: Das Hochreservoir nahe der Villa Remeis wird besichtigt und eine Probealarmierung für den 1. und 3. Distrikt durchgeführt.
Im Jahr 1899 schließlich stiftet Kommandant Kommerzienrat Hofbauer der Feuerwehr eine Dampfspritze; sie steht noch heute in der Gerätehalle der Löschgruppe 6.

Mit der Neugliederung der Feuerwehr Bamberg im Jahr 1924 in sechs Kompa-nien wird die heutige Löschgruppe 6 in die 4. Kompanie – Dom umbenannt.
1936 wird Andreas Kohlmann, Mitglied der 4. Kompanie, Ortskommandant und die 4. Kompanie erhält ein Löschfahrzeug, das Magirus KS 15 und eine TS 8. Beide werden in der Feuerhalle mit Sitz in der Alten Hofhaltung stationiert.

Mit der Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr Bamberg nach dem 2. Welt-krieg im Jahr 1945 erhält die ehemals 4. Kompanie – Dom die Bezeichnung Löschgruppe 6 – Domberg.
Zehn Jahre später – im Jahr 1955 – kann der LG 6 – Domberg mit dem LF 32 (25) Mercedes ein neues Löschfahrzeug übergeben werden. Im Jahr 1967 folgt ein LF8, das bis 1995 im Einsatz genutzt wird. 1968 ergänzt ein vom Katastrophenschutz übernommener SKW (Baujahr 1966) Fuhrpark der LG 6; er wurde im Jahr 2009 durch einen SW 2000 aus dem Landkreis Weilheim-Schongau ersetzt.
Nachdem Zonenbrandmeister Franz Hofmann 1969 in den Ruhestand geht, wird Josef Bleyer Gruppenführer. Unter seiner Leitung findet im Jahr 1970 die Einweihung der neuen Gerätehalle statt, die sich nun nicht mehr in der Alten Hofhaltung, sondern gegenüber, im Hinterhof der Neuen Residenz, befindet. Die Übergabe erfolgt durch Herrn Oberbürgermeister Dr. Mathieu und den Bürgermeister der Partnerstadt Bambergs, Villach. Sieben Jahre später erhält die Löschgruppe zusätzlich einen Unterrichtsraum im Rückgebäude der Domschule.
Im Jahr 1985 löst Otto Hofmann den damaligen Gruppenführer Josef Bleyer ab.
1994 wird Kamerad Michael Ulrich für seine 60-jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Bamberg geehrt. Im darauffolgenden Jahr erhalten beim Kameradschaftsabend der Feuerwehr Bamberg die Kameraden Heinrich Demling, Otto Hofmann und Wilhelm Kast für die 40-jährige Mitgliedschaft eine Ehrung; darüber hinaus wird Josef Bleyer zum Ehrenmitglied ernannt.
Im Jahr 1995 kann der LG 6 ein neues Löschfahrzeug LF 8/6 übergeben werden, das von den Kameraden im Werk abgeholt wird. Die Einweihung durch Prälat Richter erfolgt unter Anwesenheit von Bürgermeister Reichel, Bezirkstagspräsident Sitzmann, MdL Müller und mehreren Stadträte im Hof der Neuen Residenz.
1997 schließlich tritt Otto Hofmann in den passiven Dienst ein und übergibt die Gruppenführung an Max Kropf. Stellvertreter wird Matthias Demling.
Im Jahr 2001 vollendet Georg Seeberger, der frühere Maschinenmeister der ständigen Wache (inzwischen verstorben), die Restaurierung der alten Dampfspritze aus dem Jahr 1899 mit der Anfertigung von neuen Lampen. 2006 wird auch Otto Hofmann zum Ehrenmitglied der Feuerwehr Bamberg ernannt.
Im darauffolgenden Jahr wird die erste Frau in die LG 6 aufgenommen und Josef Lehner wird von der Gruppe zum neuen Gruppenführer gewählt. Er hat derzeit die Leitung der LG 6 inne.
Im jahr 2010 wird der alte SKW des Katastrophenschutzes durch ein gebrauchtes, aber neueres Modell eines SW 2000 ersetzt. Der SW 2000 konnte vom Landkreis Weilheim-Schongau erstanden werden.

Die Chronik in Zahlen

1860, 16. Januar
Die Feuerwehr wurde gegründet.

1861
Erste Eintragung in die Stammrollen der LG6.

1899
Kommandant Kommerzienrat Hofbauer stiftet der FF eine Dampfspritze, die noch heute bei der LG 6 untergebracht ist.
Ein Foto der Dampfspritze von 1899:

1924
Neugliederung der FF Bamberg in sechs Kompanien (4. Kompanie Dom).

1936
Andreas Kohmann (Mitglied der 4. Kompanie) wird Ortskommandant.
Die 4. Kompanie erhält ein neues Löschfahrzeug Magirus KS 15 und eine TS 8.

1945
Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr;
Neue Namensgebung: Löschgruppe 6 Domberg.

1947
Karl Bleyer, Vater von Josef Bleyer, wird Kassier der FF Bamberg.

1954
Josef Bleyer übernimmt das Amt seines Vaters.

1960
Jubiläumsübung am Dom.

1967
Die LG 6 erhält ein neues LF 8, das bis 1995 in Betrieb ist.

1968
Der Katastrophenschutz übergibt der Gruppe einen SKW 2000, der noch heute (2002) seinen Dienst tut.

1970
Umzug der Fahrzeuge von der Alten Hofhaltung in die neue Gerätehalle in der Neuen Residenz.

1973
Die LG 6 beteiligt sich erstmalig bei den Wasserspielen der FF anlässlich der Sandkirchweih.

1977
Einweihung des Unterrichtsraumes hinter der Domschule.

1985
Jubiläumsübung am Dom.
Otto Hofmann löst Josef Bleyer als Gruppenführer ab.

1991
Tag der offenen Tür mit Weihe der Floriansglocke.

1995
Weihe des neuen Löschfahrzeuges LF8/6.

1998
Otto Hofmann tritt in den inaktiven Dienst, sein Nachfolger wird Max Kropf.

2000
30 Jahre Fahrzeughalle in der Neuen Residenz.

2001
Georg Seeberger, der frühere und zwischenzeitlich leider verstorbene Maschinenmeister der St. Wache, fertigte neue Lampen für die alte Dampfspritze.